Tuiná

Die chinesische manuelle Therapie unterscheidet sich doch sehr deutlich von der im Westen bekannten Form. Es ist mehr eine sanfte Art von Stimulation der Akupunkturpunkte und der Meridiane, sozusagen eine Art Akupunktur ohne Nadeln. Sie ist somit insbesondere auch für Patienten geeignet, die aus Angst vor Nadeln eine Akupunkturbehandlung ablehnen! Die Indikationen sind somit fast gleich zu denen einer Akupunkturbehandlung.

Mit Tuiná sollen Blockaden der Energiebahnen aufgelöst und der Energiefluss gefördert, aber auch Organe beeinflusst werden. Durch diese Stimulation und Regulation wird das Yin und Yang des Körpers und des Funktionskreises der 5 Elemente (chinesisches Organsystem) wieder hergestellt. Tuiná ist eine individuelle Behandlung zur Gesunderhaltung, zur Vorbeugung, zum Abbau von Negativstress und zur Regulation des Ganzkörper-Funktionssystems, um Seele und Körper in Einklang zu bringen. Sie ist bereits schon seit der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.) nachweislich angewendet worden.

Unter dem heutigen Begriff Tuiná werden Schiebe- und Reibe- sowie ziehende Techniken verstanden, die sowohl Akupressur als auch Variationen der Druckbehandlungen der Energiepunkte (mit den Fingern, der Faust, dem Ellenbogen und dem Knie) und weiterhin manuelle Energiebandregulationen beinhalten: Rollen, Schieben, Reiben, Klopfen, „greifendes Kneifen” sowie Mobilisations- und Dehntechniken der Gelenke und Muskeln. Dieses System schließt impulserzeugende, manipulative Behandlungen und selbstständige Übungsformen, wie z.B. isometrische Übungen, ein.