Schröpftherapie

Das Schröpfen hat ebenso wie die Akupunktur eine jahrtausende alte Tradition als Therapie bei den verschiedensten Erkrankungen. Dies war nicht allein auf die traditionelle Medizin in China beschränkt, auch in der westlichen Kultur war das Schröpfen durchaus bekannt. Einige bekannte Anwender waren zum Beispiel Hippokrates von Kos, Paracelsus und Hildegard von Bingen.

Man unterscheidet prinzipiell drei verschiedene Anwendungen: die Schröpfkopfmassage, das trockene, sowie das blutige Schröpfen. Beim Schröpfen wird die Luft in den Schröpfgläsern ganz kurz mit einer Flamme erwärmt und das Glas auf die Haut aufgesetzt. Beim Abkühlen wird dadurch im Schröpfkopf ein Vakuum erzeugt, was die Haut und die darunterliegenden Gewebeschichten mehr oder weniger stark in das Glas hineinsaugt. Dabei erzielt man verschiedene Effekte, zum einen kann man lokal eine starke Durchblutung bis hin zu einem Bluterguss erreichen. Zum anderen werden cutiviscerale Reflexe an den betroffenen Dermatomen (Head’sche Zonen) ausgelöst und damit Wirkungen auf die verschiedenen inneren Organe erzielt und weiterhin werden bestimmte Wirkungen auf den Akupunkturpunkten und den Meridianen erreicht. Das Schröpfen gilt allgemein als ein ausleitendes Verfahren in der traditionellen chinesischen Medizin und wird häufig mit der Akupunktur kombiniert angewendet.

Will man eine Schröpfkopfmassage beispielsweise am Rücken oder an den Extremitäten vornehmen, so wird die Haut zuvor eingeölt und anschließend das Schröpfglas unter Sog über die entsprechenden Körperareale bewegt. Dies hat vor allem einen muskelentspannenden und durchblutungsfördernden Effekt und wird teilweise auch im Wellness-Bereich angewendet. Beim trockenen Schröpfen werden die Schröpfgläser an bestimmten Punkten aufgesetzt und dort belassen. Der Unterschied beim blutigen Schröpfen besteht darin, dass vorher die Haut angeritzt wird und eine gewisse Menge Blut austritt.

Das Schröpfen sollte nicht angewendet werden bei entzündlichen und allergischen Hautveränderungen, Cortison- oder Altershaut, bei vorgeschädigter Haut z. B. im Rahmen einer Strahlentherapie sowie bei allgemein schwacher körperlicher Konstitution.